Informationen zur Kastanienmotte

Die Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella), auch Balkan-Miniermotte genannt, ist ein Kleinschmetterling aus der Familie der Miniermotten. Sie wurde in Europa erstmals 1984 in Mazedonien in der Nähe des Ohridsees entdeckt, 1989 in Österreich nachgewiesen (eine erste Massenvermehrung fand hier bereits 1990/91 statt) und breitet sich sehr schnell weiter in Mitteleuropa aus. Im Nachhinein konnten Funde auf einem Herbarbeleg nachgewiesen werden, der 1879 in Griechenland gesammelt worden war.

Ihre extrem schnelle Vermehrung ist dadurch zu erklären, dass die Art nur wenige natürliche Feinde hat. Der Falter ist etwa fünf Millimeter lang und besitzt eine Vorderflügellänge von ca. 3,5 Millimeter. Die Art besitzt lange schwarz-weiß geringelte Fühler sowie drei weiße Querbänder auf den Vorderflügeln. Auffällig ist das federartige Ende der Hinterflügel.

Die Weibchen legen etwa 20 weiße, abgeflachte Eier auf den Blattoberseiten des befallenen Baumes ab. Es wurden pro Kastanienblatt bis zu 300 Eier beobachtet. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Junglarven. Sie minieren – fressen sich also einen Gang von ein bis zwei Millimeter Länge – strichförmig parallel zu einem Blattnerv, den sie dann seitlich weiterführen. Im zweiten und dritten Larvenstadium wird die Mine zu einem kreisförmigen Gebilde ausgebaut, das einen Durchmesser von bis zu acht Millimetern erreichen kann.

Raupe

Im vierten und fünften Larvenstadium sind die Larven nicht mehr abgeplattet, sondern rundlich und deutlich segmentiert. Die Minen der Larven können 30 bis 40 Millimeter groß werden und zwei Seitennerven des Kastanienblattes überlappen. Bei starkem Befall können auch so genannte Gemeinschaftsminen entstehen, in denen sich mehrere Larven entwickeln. Das Einspinnstadium beginnt nach dem fünften Larvalstadium, die anschließende Puppenruhe beträgt im Sommer 12 bis 16 Tage oder bei der überwinternden Generation sechs Monate.[5]

Flugzeiten
Die Rosskastanienminiermotte bildet meistens drei aufeinanderfolgende Generationen pro Jahr, die im Mai, Juli und Mitte August bis Ende September fliegen.

Schadwirkung
Die Falter schlüpfen etwa Mitte April. Die Weibchen legen hunderte Eier an der Oberseite des Blattes ab. Daraus entwickeln sich etwa 30 Larven, die sich rund zwei Wochen später in die Blätter bohren, um den Blattzellen Nährstoffe zu entziehen. Die Fraßgänge (Minen) der Larven führen zu einer schnellen Braunfärbung und zum langsamen Welken der Blätter schon im Sommer. Die Raupen verpuppen sich und nach kurzer Zeit schlüpft der Falter. Dieser Zyklus wiederholt sich drei- bis viermal im Jahr. Die letzten Puppen überwintern im Blatt.

Laubsammelaktion

Laubsammlung
Um die Mottenlast für den Baum zu verringern, muss ganzjährig das Laub der Rosskastanie gesammelt und vernichtet werden, damit die Puppen nicht überwintern können. Die über das ganze Jahr gebildeten Dauerstadien sind sehr widerstandsfähig; im Gegensatz zum Laub verrottet die Puppe nicht. Eine effektive Vernichtung der Puppen wird nur in kommerziellen Kompostieranlagen erreicht, da nur hier die notwendigen hohen Temperaturen erreicht werden. Eine einfache Kompostierung im Garten reicht also nicht aus. Alternativ ist eine Verbrennung des Laubs möglich, jedoch nicht überall grundsätzlich erlaubt. Verschiedene Umweltministerien der Länder gestatten aber die Verbrennung von Kastanienlaub zur Mottenbekämpfung.


(Quelle: WIKIPEDIA, http://de.wikipedia.org/wiki/Rosskastanienminiermotte)